Patrick Steinmann

Gewässerbiologe, Stein am Rhein

Meeresbiologie

Seesternprojekt

Es war einmal...
Vor rund 30 Jahren unterhielt die Uni Zürich an der Costa Colostrai im Süden von Sardinien eine kleine marinbiologische Station unter der Leitung von Prof. Burla, an der ökologische Fragen rund um die drei Kammseestern-Arten Astropecten aranciacus, A. bispinosus und A. jonstoni untersucht wurden. Nach einem Brand im Jahr 1981, der die Station vollständig zerstörte, wurde diese Forschung bald aufgegeben.

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Here we go again! Die Seesternforscher kommen wieder!

1999 wurde auf private Initiative von Dr. Rolf Schärer, einem ehemaligen Mitglied dieser Forschungsgruppe, wieder begonnen an der Costa Colostrai mit Kammseesternen zu arbeiten. Dabei fiel sofort auf, das vor allem die grösste Art (A. aranciacus) heute im Süden Sardiniens viel seltener vorkommt, als früher. Die Gründe für den Zusammenbruch der Population sind unbekannt. Es stellte sich die Frage, ob und wie sich eine so stark ausgedünnte Population überhaupt noch erfolgreich vermehren kann, oder ob die jungen Seesternlarven aus einem anderen, noch gesunden Bestand, vielleicht von weit her mit den Meeresströmungen herangespült werden müssen.

Und so kam es, dass nach einer Pause von fast 20 Jahren heute in Sardinien wieder Seesternprojekte durchgeführt werden...


Kammseesterne (Gattung Astropecten)


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Astropecten bispinosus
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Astropecten jonstoni
Astropecten aranciacus
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Erkennungsmerkmale von Kammseesternen:

A. bispinosus ist rot/bräunlich, schlank, mit weissen oder gelblichen Stacheln. Durchmesser: max. 18cm

A. jonstoni ist grau/gelb mit kurzen, stumpfen Armstacheln. Er sieht aus wie ein typisches "Weihnachtsguetsli" Durchmesser max. 10cm.

A.aranciacus hat kräftige Arme mit groben Stacheln. Ganz typisch sind die orangen Sprenkel auf der Oberseite. Durchmesser bis 50cm. Die grösste und auffälligste Art.

Es gibt noch weitere Astropecten Arten. Typisch sind bei allen die Stachelreihen seitlich an den Armen.

Kammseesterne leben auf Sandböden in 4 bis 160m Tiefe. Wie die meisten Seesternarten leben sie räuberisch von Muscheln und Schnecken. Auf Steinen und Felsen kommen andere Seesterne vor, die nicht zur Gattung Astropecten gehören.

Kammseesterne graben sich gerne im Sand ein. Wenn sie wieder hervorkommen, bleibt ein typischer sternförmiger Abdruck zurück, der die Anwesenheit des Seesterns in der Nähe verrät.
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