Patrick Steinmann

Gewässerbiologe, Stein am Rhein

Meeresbiologie

Seesternprojekt


Korsika, April 05


Im April 05 führte uns unser Seesternprojekt nach Korsika. Von hier liegen alte Untersuchungen aus den siebziger Jahren vor. Wir möchten an denselben Stellen wie damals tauchen und die heutige Situation mit den alten Daten vergleichen. Ausserdem wollen wir wie in Banyuls bei Astropecten aranciacus nun auch bei den übrigen Kammseesternarten Gonadenuntersuchungen machen.


Tor auf und ab gehts.
Ankunft mit der Fähre in Bastia.


Die Kundschafterin meldet, dass es hier wohl nicht weitergeht...


Auf abenteuerlichen Wegen holpern wir Richtung Meer. Unser feuerrotes Auto wird mit allem fertig.

An verschiedenen Stränden wollen wir nach Astropecten-Sternen suchen. Wegen dem starken Hochwasser der Flüsse und dem entsprechend hohen Sedimenteintrag ins Meer ist die Sicht im Wasser fast überall sehr schlecht. Ausserdem läuft eine starke Dünung von Nord-Westen ein. Wir müssen nach windgeschützten Buchten möglichst weit weg von Flussmündungen suchen. Wenn wir einen geeigneten Platz gefunden haben, gehts im Stechschritt ab ins Wasser...



Ich (rechts) beherrsche den Tauch-Stechschritt nicht so gut. Daher bleibe ich wohl besser bei der bewährten Methode, und ziehe die Flossen auch weiterhin erst im Wasser an!


The Rainbow Divers!


In der Unterkunft richten wir ein improvisiertes Badezimmer-Labor ein und untersuchen die gefundenen Seesterne. Was, Zähneputzen? Nein, nicht hier, hier wird gearbeitet!


Korkeichen wachsen vor allem an der Ostseite von Korsika.


Kiesel-Konfetti am Strand.


Calvi, ein schönes Städtchen an der Westküste.


Als erstes macht man sich ortskundig im wilden Korsika.


Das Wetter war lausig, starke Regenfälle haben die Flüsse und Bäche über die Ufer treten lassen und etliche Strassen überschwemmt.


...und ob's hier weiter geht! Ab durch die Mitte!


Naja... sagen wir mal, mit fast allem! (Déja-vû!)

Obs hier wohl auch Seesterne hat?

Nein, nur Sand und ein paar Muscheln. Dasselbe widerholt sich noch ein paar Mal.


Vom Baywatch Team überwacht, suchen wir nach Seesternen...


Astropecten jonstoni, bispinosus, plathyacanthus und ein spinulosus.

Die Bucht bei St. Florent ist ein gutes Astropectengebiet. Hier haben wir am meisten Seesterne gefunden.


Darunter auch ein sechsarmiger A. jonstoni.


Ganz ohne technische Probleme gehts auch diesmal nicht: Seilriss bei unserer Seestern-Tauchdredge. Besonders ärgerlich, weil wir zuvor in mühseliger Arbeit das Signalkabel in das Zugseil eingeflochten haben. Das Signalkabel war nun natürlich auch hinüber.

Unterwegs sehen wir Sumpfschildkröten, Zornnattern, essen wilden Spargel und Emmentaler-Pizza. Der Kommentar eines Teammitglieds zum Thema korsische Pizze kann aus Anstandsgründen hier nicht wiedergegeben werden...

Nach zehn Tagen wird das Wetter endlich besser und wir müssen wieder zurück nach Zürich.


In Zürich habe ich von einigen verschieden grossen weiblichen Seesternen aus Korsika die Fekundität, d.h. die Anzahl Eier, die ein Tier produziert bestimmt. Damit könnte nun ungefähr abgeschätzt werden, wieviele Eier eine Population pro Jahr etwa produziert, sofern man die Dichte und die Grössenverteilung der Populationen kennt.