Patrick Steinmann

Gewässerbiologe, Stein am Rhein

Forschungsarbeiten über

Flussbarsche


Bestandesdynamik und Laichbiologie des Flussbarsches im Zürichsee:


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In der Gruppe "Aquatische Ökologie" am Zoologischen Museum der Uni Zürich wurde während vielen Jahren der Lebenszyklus, die Populationsdynamik und das Fortpflanzungsverhalten des Flussbarsches (Egli) in Feldstudien und Laborexperimenten untersucht. Seit 1996 habe ich die Flussbarschprojekte an der Zoologischen Aussenstation der Uni Zürich in Kilchberg geleitet und im März 2005 meine Dissertation über den Flussbarsch abgeschlossen. Hier ein kurzer Überblick über meine Forschungsschwerpunkte und Arbeitsmethoden:
 

Laichverhalten
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Heisse Spiele im
kühlen Wasser...
Bestandesmonitoring
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Rauf und runter, 
wie an der Börse!
Larvalentwicklung
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Aller Anfang ist schwer.
Altersbestimmung
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Junge Egli verraten
ihr Alter nicht gerne!


Untersuchung des Laichverhaltens von Barschen in freier Natur


value Ein Egli-Laichband an einem untergetauchten Ast. Jedes Weibchen legt nur ein solches Laichband pro Jahr, das im April / Mai in Tiefen von 2-6 Metern an Äste, Pflanzen oder andere Strukturen aufgehängt wird. Solche Laichbänder können über 3m lang werden und bis zu 250'000 Eier enthalten. Um so viele Eier unter Wasser zu befruchten, sind grosse Spermienmengen nötig. Wir haben den Verdacht, dass die Eglimännchen dabei manchmal an ihre Grenzen stossen...
Die ungewöhnliche Art der Laichablage beim Egli birgt interessante verhaltensbiologische Fragen, die mittels Videoüberwachung direkt am Laichplatz im See geklärt werden sollen. Unsere Kameras überwachen den Laichplatz während der Laichsaison im April / Mai permanent und übermitteln Livebilder direkt ins Haus. So können wir die Tiere beobachten, ohne sie zu stören.

Mit dieser Anlage wollten wir vor allem folgende Fragen beantworten:

  • Wieviele Männchen nehmen an einem Laichakt teil?
  • Wieviele Spermien geben sie dabei ab?
  • Können Eglimännchen ihre Spermievorräte haushälterisch anwenden?
  • Gehen den Männchen manchmal die Spermien aus?
  • Haben Eglimännchen bestimmte Weibchenpräferenzen?
  • Wie reagieren die Männchen auf Konkurrenten?

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Unser "Laichstudio" im See. Ein Tannenast dient als Laichsubstrat. Rundherum sind 4 Videokameras installiert, mit denen wir die Laichakte von verschiedenen Seiten aufnehmen und analysieren können.
Videobild  von laichenden Egli im Zürichsee. Links  eine Gruppe von 6 Männchen. Rechts davon ein Weibchen, das sich gerade abdreht und mit dem Laichen beginnt. Am rechten Bildrand der Kopf eines Männchens, das zu spät kommt.
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Beim Laichen geben die Männchen ihre Spermien ins Wasser ab (weisse Wolke links oben). Die Wolke wird vom ohnehin trüben Seewasser sofort stark verdünnt und so sind auf dem Videobild die Umrisse der Wolke oft fast nicht zu erkennen.
Mittels digitaler Bildsubtraktion und Helligkeitsanalysen kann die Spermienwolke und ihre Dichte am Computer grafisch isoliert werden. Mit Hilfe von mehreren Kamerapositionen von verschiedenen Seiten kann das Volumen einer solchen Wolke und ihre Dichte ungefähr berechnet werden.
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Am Tannenast befestigt sind ausserdem mehrere Laser-Messgeräte, welche die Wassertrübung permanent messen.

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Wenn bei einem Laichakt Spermien ins Wasser abgegeben werden, wird die Zunahme der Wassertrübung automatisch registriert. Mit den Trübungsmesswerten und den Bildanalysen können wir ungefähr abschätzen, wie gross die abgegebene Spermienmenge pro Laichakt ist.

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Die "Kommandozentrale" mit Videorecordern, Bildschirmen, Computern, einem grossen Kabelsalat und Sabine Wirtz an ihrer Diplomarbeit.
SF DRS filmt, wie wir Eglis filmen
(Wenn die Fische wüssten...!)

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