Patrick Steinmann

Gewässerbiologe, Stein am Rhein

Taucheinsatz im Jörisee

(2600 müM)

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Fotos z.T. von Markus Ruch und Heinz Maag.


Der Auftrag

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Die Jöriseen liegen in der Region Flüelapass in 2200 bis 2800m. Eine Gruppe von Mikrobiologen des Instituts für Allgemeine Botanik an der Uni Zürich untersucht Mikroorganismen in diesen abgelegenen Seen. Die Forscher wollten unter anderem auch wissen, wie die lichtabhängigen Organismen den Winter in der totalen Dunkelheit unter dem Eis überstehen können, und welche Stoffwechselabläufe dabei stattfinden. Dazu war es notwendig, Proben unter dem Eis zu holen und Messgeräte zu installieren.

Planung und Transport

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Für diesen Einsatz mussten sehr viele Vorbereitungen getroffen werden. Unsere Tauchausrüstungen mussten den zu erwartenden Verhältnissen angepasst werden. Bei allen Geräten und Ausrüstungsteilen musste hinterfragt werden, ob sie auch für solch harte Bedingungen taugen. Falls nicht, musste nach anderen Lösungen gesucht werden. Der Transport konnte nur per Helikopter stattfinden, da keine Strasse zu den Seen hochführt. So kamen wir in den Genuss eines Fluges mit der altehrwürdigen Alouette lll.

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Vorbereitungen vor Ort

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Danach wurde die Einstiegstelle auf dem gefrorenen See vorbereitet. Ein Hauptloch und 2 Notaustiegslöcher wurden geschlagen. Auf dem Eis schaufelten wir Spuren und "Wegweiser" frei, die beim Tauchen als helle Lichtlinien in der Dunkelheit wahrgenommen werden konnten.

Nach der Ankunft am See verliess uns der Heli sofort wieder und wir waren ganz auf uns gestellt. Als erstes musste die eingewinterte Station aus dem meterhohen Schnee ausgegraben werden, die Notunterkunft hergerichtet und die Geräte verstaut werden.



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Die Tauchgänge

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The Big Black...
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Und los gehts!
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Beim Tauchen waren wir mit Leinen gesichert und über Funk mit dem Leinenmann am Eisloch in Kontakt. Einer der Taucher führte die Arbeiten aus, der andere überwachte die Leinen und assistierte bei schwierigen Handgriffen. Nach dem Tauchgang mussten die Proben softort fachgerecht verpackt werden. Die Tauchausrüstung konnte erst in der Wärme der Unterkunft ausgezogen werden, da die nassen Reisverschlüsse und Gurtenschnallen in der kalten Luft sofort festfroren.

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Eisensulfid (schwarz) und Eisenoxid (rot) an einem Stein im See. Ausserdem reduziertes, elementares Eisen. Das Eisen kommt in fast allen Oxidationsstufen vor, je nachdem in welchem mikrobiellen Milieu es liegt.

Nach dem Tauchen

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Nach Beendigung der Taucharbeiten musste alles Material aufgeräumt und verstaut werden. Dazu blieb nicht viel Zeit, denn schnell wurde es dunkel und kalt und wir verzogen uns für die Nacht in die enge aber warme Unterkunft.

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Am Freitag mittag warteten wir auf den Heli, der bereits in der Luft war. Wir wussten aber nicht ob das Wetter, das sich zunehmend verschlechterte, eine Landung noch erlauben würde. Niemand hatte Lust, nach all den Anstrengungen noch das Wochenende hier oben zu verbringen und wir waren froh, das Knattern des Helis in der stillen Bergwelt zu hören.


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Alle einsteigen bitte!

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...und zurück in den Nebel!